Der Witz vom Kleiderständer ist so alt, dass ihn jeder Ratgeber erzählt. Er erklärt aber nichts.
Ein Heimtrainer, der im Keller steht, ist selten am mangelnden Willen gescheitert. Meistens passte er nicht: zu niedrige Tragkraft, ein Einstieg, der bei steifen Hüften wehtut, oder ein Rahmen, der zusammengeklappt immer noch im Weg steht.
Diese drei Punkte lassen sich vor dem Kauf prüfen. Motivation lässt sich nicht prüfen. Deshalb geht es hier um die drei Zahlen.
Die Tragkraft ist die Zahl, die keiner nennt
Sie steht im Datenblatt, selten im Text. Dabei schließt sie ganze Gerätegruppen aus.
Bei den fünf Heimtrainern im eigenen Sortiment sieht die Spanne so aus:
| Modell | Bauart | Tragkraft |
|---|---|---|
| H101 | klassischer Heimtrainer, fester Rahmen | 150 kg |
| H104 | Liegeheimtrainer, tiefer Einstieg | 120 kg |
| H102 | X-Bike, klappbar | 100 kg |
| H103 | X-Bike, klappbar | 100 kg |
| H105 | Mini-Pedaltrainer | keine Angabe |
Warum das Klapprad die niedrigste Zahl hat
Der X-Rahmen ist ein Scherengelenk. Er spart Platz, weil er sich in der Mitte faltet, und genau dieses Gelenk begrenzt die Last. Der feste Rahmen des H101 hat keinen Faltpunkt und trägt deshalb 50 Kilogramm mehr.
Das ist kein Qualitätsunterschied, sondern eine Bauart-Entscheidung. Wer 95 Kilogramm wiegt, steht bei einem 100-Kilo-Gerät fünf Kilogramm unter der Grenze. Das ist zu knapp, denn beim Antritt im Stehen wirkt kurzzeitig mehr als das Körpergewicht.
Rechnen Sie mit Reserve, nicht mit dem Grenzwert.
Der Einstieg entscheidet, ob Sie ihn benutzen
Bei einem klassischen Heimtrainer heben Sie das Bein über den Rahmen. Wer eine steife Hüfte oder ein operiertes Knie hat, macht das ein paar Wochen und dann nicht mehr.
Der Liegeheimtrainer löst genau das: Sie setzen sich hin wie auf einen Stuhl und schieben die Beine nach vorn. Kein Bein muss über etwas hinweg.
Klassischer Heimtrainer Bein über den Rahmen, aufrechter Sitz
X-Bike Bein über den Rahmen, mit Rückenlehne
Liegeheimtrainer seitlich hinsetzen, Beine nach vorn
Mini-Pedaltrainer Sie bleiben auf Ihrem eigenen Stuhl sitzen
Probieren Sie die Bewegung im Stehen aus, bevor Sie bestellen. Heben Sie das Bein auf Kniehöhe und halten Sie es zwei Sekunden. Wenn das unangenehm ist, kaufen Sie kein Gerät, bei dem Sie das täglich machen müssen.
Zusammengeklappt heißt nicht weggeräumt
„Klappbar“ steht auf beiden X-Bikes. Es heißt: der Rahmen wird schmaler, das Gerät bleibt ein Gerät.
Ein zusammengeklapptes X-Bike ist immer noch ein Möbelstück, das an einer Wand steht. Es verschwindet nicht in einem Schrank. Der Einzige im Sortiment, der wirklich verschwindet, ist der Mini-Pedaltrainer, weil er nur aus Pedalen und einem Gehäuse besteht.
Wenn der Platz der eigentliche Grund für den Zweifel ist, ist die Frage nicht „klappbar oder nicht“, sondern „Gerät oder Pedale“.
Was die acht Widerstandsstufen bedeuten
Vier der fünf Geräte haben eine Magnetbremse mit acht Stufen. Ein Magnet nähert sich der Schwungscheibe an und bremst sie berührungslos ab.
Zwei praktische Folgen. Es gibt keinen Belag, der sich abnutzt, und es entsteht kein Reibungsgeräusch. Was Sie hören, ist der Antrieb, nicht die Bremse.
Acht Stufen sind kein Feinraster. Zwischen Stufe 3 und Stufe 4 liegt ein spürbarer Sprung. Für ein gleichmäßiges Tempo über 30 Minuten reicht das; wer eine bestimmte Wattzahl treffen will, braucht ein Ergometer mit Wattsteuerung, und das ist eine andere Geräteklasse.
Für wen ein Heimtrainer nicht sinnvoll ist
Diesen Abschnitt lassen die meisten Ratgeber weg, weil er nichts verkauft.
- Wenn Sie draußen gern und regelmäßig Rad fahren. Dann ersetzt das Gerät nichts, es dupliziert nur.
- Wenn Sie Krafttraining suchen. Ein Heimtrainer trainiert die Ausdauer der Beine. Für Rücken, Schultern und Arme brauchen Sie etwas anderes.
- Wenn der einzige freie Platz das Schlafzimmer einer Mietwohnung im Altbau ist. Der Antrieb ist leise, der Tritt überträgt sich trotzdem als Körperschall in die Decke darunter.
- Wenn Sie über der Tragkraft liegen. Dann ist es kein Motivationsproblem, sondern ein Sicherheitsproblem.
Welches Gerät zu welcher Situation passt
| Ihre Situation | Passende Bauart | Modell |
|---|---|---|
| Fester Stellplatz, Tragkraft bis 150 kg | klassischer Heimtrainer | H101 |
| Steife Hüfte, tiefer Einstieg nötig | Liegeheimtrainer | H104 |
| Wenig Platz, Rahmen soll schmaler werden | X-Bike, klappbar | H102, H103 |
| Kein Platz für ein Gerät, Training am Schreibtisch | Mini-Pedaltrainer | H105 |
Die beiden X-Bikes unterscheiden sich in der Ausstattung, nicht in der Bauart: das H102 bringt zusätzlich Zugbänder für die Arme mit, das H103 gibt es in Gelb und Rosa. Alle vier größeren Geräte finden Sie in der Übersicht der Heimtrainer.
Was hier bewusst nicht steht
Sie finden auf dieser Seite keine Angabe dazu, wie viele Kilogramm Sie abnehmen oder was das Training für Ihren Blutdruck bedeutet.
Der Grund ist nicht Zurückhaltung. Ein Heimtrainer ist ein Sportgerät und kein Medizinprodukt, und wir dürfen ihm keine gesundheitliche Wirkung zuschreiben. Wenn Sie eine Vorerkrankung haben oder nach einer Operation wieder anfangen wollen, ist die zuständige Stelle Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, nicht ein Produkttext.
Was wir Ihnen geben können, sind die Zahlen aus dem Datenblatt. Die stehen oben.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Heimtrainer und Ergometer?
Umgangssprachlich meinen beide dasselbe Gerät. Technisch ist ein Ergometer geeicht und zeigt die Leistung in Watt an, ein Heimtrainer regelt nur Widerstandsstufen. Die Geräte in diesem Text haben acht Stufen und keine Wattsteuerung, sind also im engeren Sinn Heimtrainer.
Wie viel Tragkraft sollte ein Heimtrainer haben?
Mindestens Ihr Körpergewicht plus eine Reserve, weil beim Antritt im Stehen kurzzeitig mehr Last auf dem Rahmen liegt. Klappbare X-Rahmen liegen meist bei 100 Kilogramm, feste Rahmen deutlich darüber. Im eigenen Sortiment reicht die Spanne von 100 bis 150 Kilogramm.
Ist ein Liegeheimtrainer besser als ein normaler Heimtrainer?
Nicht besser, sondern anders im Einstieg. Beim Liegeheimtrainer setzen Sie sich seitlich hin und schieben die Beine nach vorn, statt ein Bein über den Rahmen zu heben. Das ist der entscheidende Unterschied für alle, denen genau diese Bewegung schwerfällt.
Wie laut ist ein Heimtrainer mit Magnetbremse?
Die Bremse selbst ist geräuschlos, weil der Magnet die Schwungscheibe nicht berührt. Hörbar ist der Antrieb, beim H101 ein Riemen. Was Nachbarn unter Ihnen wahrnehmen, ist meist nicht die Lautstärke, sondern der Körperschall über den Boden.
Was bedeuten acht Widerstandsstufen?
Acht feste Stellungen des Magneten gegenüber der Schwungscheibe, von leicht bis schwer, ohne Zwischenwerte. Der Sprung zwischen zwei Stufen ist deutlich spürbar, ein Feinraster ist das nicht. Für ein gleichmäßiges Tempo über eine halbe Stunde reicht es aus, für ein Training nach einer festen Wattvorgabe nicht.
Kann man einen klappbaren Heimtrainer im Schrank verstauen?
Nein. Klappbar heißt beim X-Rahmen, dass sich das Scherengelenk in der Mitte faltet und das Gerät schmaler wird. Es braucht danach an einer Wand weniger Fläche, bleibt aber ein Möbelstück und verschwindet in keinem Schrank. Wirklich wegräumen lässt sich nur ein Mini-Pedaltrainer, der aus Pedalen und Gehäuse besteht.
Geschrieben von JamesTheodore
JamesTheodore betreibt sunjetfit.de. Alle Zahlen auf dieser Seite stammen aus den technischen Datenblättern der fünf Heimtrainer im aktuellen Sortiment.