Die Frage wird fast immer als Altersfrage gestellt. Sie ist eine Frage der Sattelhöhe.
Solange ein Kind auf dem Sattel sitzt und mit beiden Fußsohlen flach auf dem Boden steht, kann es sich jederzeit selbst abfangen. Genau das ist die Voraussetzung fürs Gleichgewichthalten. Sitzt der Sattel höher, hängt das Kind an den Stützrädern, egal wie alt es ist.
Der Test, der die Frage beantwortet
Drehen Sie den Sattel so weit herunter, dass beide Fußsohlen flach stehen. Nicht die Ballen, die ganze Sohle.
Wenn das geht, sind die Stützräder überflüssig. Wenn der Sattel dafür unter das Minimum müsste, ist das Rad zu groß, und Stützräder sind dann kein Ersatz, sondern eine Krücke für den Fehlkauf.
Sohlen flach auf dem Boden Stützräder können ab
nur Ballen erreichen noch zu früh
gar kein Bodenkontakt Rad ist zu groß
Diese Sattelposition ist zum Treten zu niedrig. Das ist beabsichtigt: In der Übungsphase geht es nicht ums Treten, sondern ums Rollen und Lenken. Wenn das sitzt, stellen Sie den Sattel wieder auf die normale Höhe.
Warum Stützräder das Gleichgewicht nicht trainieren
Ein Rad fährt geradeaus, weil der Fahrer ständig kleine Lenkkorrekturen macht. Kippt es nach links, lenkt man kurz nach links und richtet sich damit wieder auf.
Stützräder verhindern genau diese Bewegung. Das Rad kippt nicht, also lernt das Kind das Gegenlenken nicht. Es lernt stattdessen, sich in die Kurve nach außen zu lehnen, weil die Stützräder das Kippen blockieren. Das muss später wieder abtrainiert werden.
Deshalb dauert der Umstieg von Stützrädern oft länger als der Einstieg ganz ohne.
Der Weg ohne Stützräder
Wenn Sie die Wahl haben, gehen Sie über das Rollen statt über die Stützräder.
- Pedale ab, Sattel runter. Das Kind schiebt sich mit den Füßen ab wie auf einem Laufrad.
- Rollen lassen. Leichtes Gefälle auf Gras oder Sand. Ziel ist, die Füße immer länger oben zu lassen.
- Lenken üben. Slalom um ein paar Gegenstände, immer noch ohne Pedale.
- Pedale dran. Sobald das Kind zehn Sekunden frei rollt, kommen die Pedale zurück.
Punkt 4 kommt bei den meisten Kindern nach ein paar Nachmittagen, nicht nach Wochen.
Wann Stützräder trotzdem sinnvoll sind
Es gibt Fälle, in denen sie ihren Zweck haben.
- Das Kind ist sehr klein und will unbedingt mitfahren, wenn ältere Geschwister fahren. Dann sind Stützräder besser als gar nicht fahren.
- Der Übungsplatz ist Asphalt ohne Auslauf. Für die Rollmethode brauchen Sie eine weiche Fläche mit leichtem Gefälle. Wo die fehlt, ist der Sturzpreis höher.
- Das Kind hat Angst. Angst lässt sich nicht wegargumentieren. Ein paar Wochen Stützräder, die dann bewusst wieder abkommen, sind besser als eine Blockade.
Wenn Sie sie nutzen, stellen Sie sie nicht ganz auf den Boden, sondern etwa einen Zentimeter höher. Dann kippt das Rad ein Stück, bevor sie greifen, und das Kind spürt das Gleichgewicht trotzdem.

Welches Rad im Sortiment welche hat
| Modell | Laufrad | Stützräder |
|---|---|---|
| F202 Classic | 16 Zoll | im Lieferumfang |
| F201 Premium | 16 Zoll | im Lieferumfang |
| F203 Premium | 18 Zoll | ohne |
| F204 Premium | 20 Zoll | ohne |
Ab 18 Zoll ist die Sattelhöhe so, dass die Fußsohlen selten flach stehen. Ein Kind, das dann noch Stützräder braucht, fährt auf dem falschen Rad.
Die Übersicht steht bei den Kinderfahrrädern.
Was am Tag danach zu prüfen ist
Nach dem Abbauen sitzen zwei Dinge oft falsch.
Die Sattelhöhe stellen Sie wieder hoch, sobald das Kind frei fährt. Zu niedrig heißt: das Knie kommt bei jeder Umdrehung hoch, die Beine ermüden schnell, das Kind will nach zehn Minuten nicht mehr.
Der Reifendruck wird auf Kinderrädern fast nie geprüft. Ein platter Reifen lenkt schwammig und macht das Rad genau in der Phase unruhig, in der das Kind Vertrauen aufbaut. Der zulässige Druck steht auf der Reifenflanke.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter kann man die Stützräder abmontieren?
Es gibt kein festes Alter. Der Zeitpunkt ist erreicht, wenn das Kind auf dem heruntergedrehten Sattel sitzen und dabei mit beiden Fußsohlen flach auf dem Boden stehen kann. Manche Kinder erreichen das mit dreieinhalb Jahren, andere mit sechs. Beides ist normal.
Sind Stützräder schlecht für das Gleichgewicht?
Sie trainieren es nicht. Ein Rad hält die Spur durch ständige kleine Lenkkorrekturen, und Stützräder verhindern genau die Kippbewegung, die diese Korrekturen auslöst. Kinder lernen mit Stützrädern außerdem, sich in Kurven nach außen zu lehnen, was später wieder abtrainiert werden muss.
Was ist besser, Laufrad oder Stützräder?
Für das Gleichgewicht das Laufradprinzip. Sie erreichen dasselbe auch mit dem vorhandenen Fahrrad: Pedale abschrauben, Sattel herunterdrehen, das Kind schiebt sich mit den Füßen ab. Sobald es zehn Sekunden frei rollt, kommen die Pedale zurück.
Wie stelle ich Stützräder richtig ein?
Nicht bündig auf den Boden, sondern etwa einen Zentimeter darüber. Dann kippt das Rad ein Stück zur Seite, bevor die Stützräder greifen, und das Kind bekommt ein Gefühl für das Gleichgewicht. Stehen sie fest auf dem Boden, rollt das Rad wie ein Dreirad.
Welches Kinderfahrrad kommt mit Stützrädern?
Im aktuellen Sortiment kommen die beiden 16-Zoll-Räder mit Stützrädern: das F202 Classic und das F201 Premium. Das F203 in 18 Zoll und das F204 in 20 Zoll werden ohne geliefert; 18-Zoll-Räder lassen sich bei Bedarf nachrüsten. Ab dieser Größe steht der Sattel aber meist zu hoch, als dass Stützräder noch sinnvoll wären.
Wie lange dauert es, ohne Stützräder fahren zu lernen?
Über die Rollmethode meist wenige Nachmittage, nicht Wochen. Der Umstieg von Stützrädern auf freies Fahren dauert oft länger, weil das Kind die eingeübte Kurvenhaltung erst wieder ablegen muss. Deshalb ist der direkte Weg in der Regel der schnellere.
Geschrieben von JamesTheodore
JamesTheodore betreibt sunjetfit.de. Die Angaben zum Lieferumfang stammen aus den Datenblättern der vier Kinderräder im aktuellen Sortiment.