Fatbike: Der Reifendruck ist die halbe Miete

Skala des Fatbike-Reifendrucks von 0,2 bar im Tiefschnee bis 1,0 bar auf Asphalt, im Vergleich zum Trekkingreifen
Skala des Fatbike-Reifendrucks von 0,2 bar im Tiefschnee bis 1,0 bar auf Asphalt, im Vergleich zum Trekkingreifen

Ein Fatbike-Reifen wird nicht mit dem Druck eines normalen Fahrradreifens gefahren. Er wird mit einem Zehntel davon gefahren.

Ein Trekkingreifen läuft mit drei bis vier Bar. Ein Fatbike-Reifen mit vier Zoll Breite läuft im Alltag bei rund 0,5 Bar, im Tiefschnee bei 0,2 Bar. Wer ihn mit zwei Bar aufpumpt, weil sich das nach Fahrrad anfühlt, hat einen schweren, harten Reifen ohne jeden Vorteil.

Deshalb geht es hier zuerst um den Druck und erst danach um die Frage, ob so ein Rad zu Ihnen passt.

Warum die dicken Reifen funktionieren

Ein Reifen trägt über seine Aufstandsfläche. Je größer diese Fläche, desto geringer der Druck pro Quadratzentimeter auf den Untergrund.

Ein schmaler Reifen mit hohem Druck hat eine kleine, harte Aufstandsfläche. Auf Sand oder Schnee gräbt er sich ein. Ein vier Zoll breiter Reifen mit 0,5 Bar legt sich stattdessen flach auf und schwimmt oben.

Das ist derselbe Effekt wie bei Schneeschuhen. Nicht mehr Grip durch Profil, sondern weniger Einsinken durch Fläche.

Schwarzes 26-Zoll-Fatbike mit 4,0 Zoll breiten Reifen in der Seitenansicht

Was der niedrige Druck sonst noch macht

Der Reifen federt. Bei 0,5 Bar verformt sich die Karkasse bei jedem Hindernis und schluckt einen Teil davon, bevor er beim Fahrer ankommt.

Deshalb kommen viele Fatbikes ohne Federgabel aus. Die Federung sitzt im Reifen. Das spart Gewicht an der Gabel und Wartung am Dämpfer, kostet aber Präzision: Ein weicher Reifen walkt in schnellen Kurven spürbar.

Die Druckwerte

Untergrund Richtwert bei 4 Zoll
Alltag, gemischt etwa 0,5 bar
Sand etwa 0,4 bar
Tiefschnee 0,2 bis 0,3 bar
Asphalt, längere Strecke 0,8 bis 1,0 bar

Diese Werte stammen aus der Fatbike-Fachliteratur und sind Ausgangspunkte, keine Vorgaben. Zwei Korrekturen sollten Sie kennen:

  • Pro 10 Kilogramm mehr Fahrergewicht kommen etwa 0,1 bar dazu.
  • Nachjustiert wird in Schritten von 0,05 bar. Das klingt nach Haarspalterei, ist bei diesen Drücken aber ein spürbarer Unterschied.

Der zulässige Bereich steht auf der Reifenflanke. Unterschreiten Sie das Minimum nicht, sonst rollt der Reifen bei Kurvenlast von der Felge.

Warum eine normale Standpumpe nicht reicht

Die meisten Manometer an Standpumpen fangen bei einem Bar an, sinnvoll ablesbar sind sie ab zwei. Der gesamte Fatbike-Bereich liegt darunter.

Sie brauchen ein Manometer mit einer Skala bis etwa zwei Bar. Ohne das raten Sie, und bei 0,5 bar ist Raten die Hälfte des Drucks.

Für wen sich ein Fatbike lohnt

  • Sand und Schnee. Strand, Forstwege im Winter, tiefer Waldboden. Das ist der Zweck.
  • Wer keine Federgabel warten will. Reifenfederung braucht keinen Service.
  • Sicherheitsgefühl. Die breite Aufstandsfläche verzeiht Lenkfehler, das macht den Einstieg entspannter.

Für wen nicht

  • Reines Pendeln auf Asphalt. Ein Fatbike ist schwerer und rollt schwerer. Auf dem Radweg verlieren Sie bei jeder Ampel Energie, die Sie beim Anfahren wieder hineinstecken müssen.
  • Wer schnell fahren will. Der Rollwiderstand ist der Preis für die Fläche.
  • Enge Kellerabgänge. Ein Fatbike ist am Lenker und an den Reifen breiter als ein normales Rad. Messen Sie Türrahmen und Treppenabsatz, bevor Sie bestellen.

Die beiden Modelle im Sortiment

Modell Gänge Bremsen Empfohlene Körpergröße
F101 Premium Fatbike 16 Scheibenbremsen 150 bis 195 cm
F102 Classic Fatbike 7 Scheibenbremsen, 160 mm 150 bis 195 cm

Beide sind 26-Zoll-Räder mit demselben Größenbereich. Der Unterschied liegt in der Schaltung: Sieben Gänge reichen für flaches bis welliges Gelände, sechzehn geben Ihnen am Berg eine kleinere Übersetzung.

Die Übersicht steht bei den Fatbikes.

Häufige Fragen

Welchen Reifendruck braucht ein Fatbike?

Bei einem Reifen mit vier Zoll Breite etwa 0,5 bar im gemischten Alltag, rund 0,4 bar auf Sand und 0,2 bis 0,3 bar im Tiefschnee. Auf längeren Asphaltstrecken sind 0,8 bis 1,0 bar sinnvoll. Pro zehn Kilogramm mehr Fahrergewicht kommt etwa 0,1 bar dazu.

Warum sind Fatbike-Reifen so breit?

Damit sich das Gewicht auf eine größere Aufstandsfläche verteilt. Der Druck pro Quadratzentimeter sinkt, und der Reifen sinkt auf Sand oder Schnee weniger ein. Das Prinzip entspricht dem von Schneeschuhen: nicht mehr Profil, sondern weniger Einsinken.

Braucht ein Fatbike eine Federgabel?

Meist nicht. Der Reifen übernimmt bei niedrigem Druck einen Teil der Federung, weil sich die Karkasse bei jedem Hindernis verformt. Das spart Gewicht und Wartung. Der Preis ist weniger Präzision, weil ein weicher Reifen in schnellen Kurven spürbar walkt.

Kann man mit einem Fatbike auf Asphalt fahren?

Ja, aber es ist nicht die Stärke. Das Rad ist schwerer und der Rollwiderstand höher, besonders bei niedrigem Druck. Für längere Asphaltstrecken pumpen Sie auf 0,8 bis 1,0 bar auf. Zum reinen Pendeln ist ein Trekking- oder Citybike die passendere Wahl.

Reicht eine normale Fahrradpumpe für ein Fatbike?

Zum Aufpumpen ja, zum Einstellen meist nicht. Die Manometer an Standpumpen sind unterhalb von zwei bar kaum ablesbar, und der gesamte Fatbike-Bereich liegt darunter. Sie brauchen ein Manometer mit einer Skala bis etwa zwei bar, sonst schätzen Sie bei 0,5 bar die Hälfte des Drucks.

Wie viele Gänge braucht ein Fatbike?

Das hängt vom Gelände ab. Sieben Gänge reichen für flaches und welliges Terrain und sind wartungsärmer. Sechzehn Gänge geben am Berg eine kleinere Übersetzung, was bei einem schweren Rad mit hohem Rollwiderstand spürbar hilft. Beide Varianten stehen im Sortiment.


Geschrieben von JamesTheodore

JamesTheodore betreibt sunjetfit.de. Die Druckwerte stammen aus der Fatbike-Fachliteratur, die Modellangaben aus den Datenblättern der beiden Fatbikes im aktuellen Sortiment.

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