Die Zahl auf dem Preisschild entsteht durch eine Multiplikation, nicht durch Zählen.
Drei Kettenblätter vorn mal sieben Ritzel hinten ergibt 21. Rechnerisch stimmt das. Fahrbar sind davon etwa vierzehn, weil sich viele Kombinationen in der Übersetzung überschneiden und weil einige davon die Kette so schräg laufen lassen, dass man sie nicht benutzen sollte.
Deshalb sagt die Zahl weniger, als sie verspricht.
Wie die Zahl zustande kommt
3 Kettenblätter × 7 Ritzel = 21
3 Kettenblätter × 8 Ritzel = 24
1 Kettenblatt × 9 Ritzel = 9
Nabenschaltung = 7 (echte 7)
Eine Nabenschaltung mit sieben Gängen hat sieben verschiedene Übersetzungen, ohne Überschneidung. Eine Kettenschaltung mit 21 Gängen hat 21 Kombinationen, aber weniger als 21 verschiedene Übersetzungen.
Das ist der Grund, warum ein Citybike mit sieben Gängen nicht ein Drittel des Rads eines 21-Gang-Mountainbikes ist.
Warum sich die Gänge überschneiden
Das mittlere Kettenblatt mit dem kleinsten Ritzel und das große Kettenblatt mit einem mittleren Ritzel ergeben oft fast dieselbe Übersetzung. Sie treten gleich schwer, obwohl zwei verschiedene Gänge eingelegt sind.
Dazu kommt der Schräglauf: Großes Kettenblatt vorn plus größtes Ritzel hinten zieht die Kette quer über den Antrieb. Das läuft laut, verschleißt schneller und wird deshalb gemieden. Dasselbe gilt spiegelbildlich für klein-klein.
Übrig bleiben die nutzbaren Kombinationen, und das sind bei 21 etwa vierzehn.

Die Zahl, auf die es ankommt: die Bandbreite
Wichtiger als die Anzahl ist der Abstand zwischen dem leichtesten und dem schwersten Gang. Fachlich heißt das Übersetzungsbandbreite.
Sie beantwortet zwei praktische Fragen:
- Komme ich den Berg hoch, ohne zu schieben? Das entscheidet der leichteste Gang.
- Kann ich bergab noch treten, statt zu leerlaufen? Das entscheidet der schwerste.
Ein Rad mit neun gut gestuften Gängen und großer Bandbreite ist am Berg besser als eines mit 24 eng beieinanderliegenden.
Was die Räder im Sortiment haben
| Gänge | Bauart | Modell |
|---|---|---|
| 7 | Kettenschaltung | F102 Classic Fatbike |
| 16 | Kettenschaltung | F101 Premium Fatbike |
| 21 | 3 × 7 | F110, F104, F112 Junior |
| 24 | 3 × 8 | F106 Premium Citybike |
| 1 × 9 | Einfachantrieb | F103 Premium Mountainbike |
Die interessante Zeile ist die letzte. Ein Antrieb mit einem Kettenblatt und neun Ritzeln hat neun Gänge, und alle neun sind nutzbar. Kein Schräglaufproblem, keine Überschneidung, kein vorderer Umwerfer, der verstellt werden kann.
Weniger Zahlen auf dem Datenblatt, weniger Teile, die kaputtgehen.
Wie viele Gänge Sie brauchen
- Flache Stadt, kurze Wege: Drei bis acht reichen. Eine Nabenschaltung hat den Vorteil, dass Sie im Stand an der Ampel schalten können.
- Gemischtes Gelände, Pendeln über Land: Acht bis vierundzwanzig, je nachdem wie steil es wird.
- Berge, Gepäck: Hier zählt die Bandbreite, nicht die Anzahl. Fragen Sie nach dem kleinsten Gang, nicht nach der Gesamtzahl.
- Wald und Trail: Ein Einfachantrieb, weil die Kette bei Schlägen weniger springt und es vorn nichts zu verstellen gibt.
Die Übersicht steht bei den Fahrrädern.
Was Sie beim Schalten falsch machen können
Unter Last schalten. Eine Kettenschaltung legt den Gang um, während die Kette läuft. Treten Sie dabei kräftig, wird sie zwischen zwei Ritzel gedrückt. Kurz Druck rausnehmen, schalten, weitertreten.
Vorn zu spät schalten. Wer erst am Berg vom großen aufs kleine Kettenblatt wechselt, schaltet genau dann, wenn die Last am höchsten ist. Vorher wechseln, wenn der Berg in Sicht ist.
Kreuz fahren. Groß vorn und groß hinten gleichzeitig. Es funktioniert, klingt aber falsch und kostet Kette.
Häufige Fragen
Wie kommt die Zahl 21 Gänge zustande?
Aus der Multiplikation von Kettenblättern vorn und Ritzeln hinten: drei mal sieben ergibt 21 Kombinationen. Es sind aber keine 21 verschiedenen Übersetzungen, weil sich mehrere Kombinationen überschneiden und einige wegen Kettenschräglauf nicht genutzt werden sollten. Nutzbar sind etwa vierzehn.
Sind mehr Gänge besser?
Nicht automatisch. Entscheidend ist die Übersetzungsbandbreite, also der Abstand zwischen leichtestem und schwerstem Gang. Ein Rad mit neun weit gestuften Gängen kommt einen Berg besser hoch als eines mit 24 eng beieinanderliegenden. Mehr Gänge bedeuten außerdem mehr Teile, die verschleißen.
Reichen 7 Gänge für ein Fahrrad?
Für flaches bis welliges Gelände und Strecken in der Stadt ja. Eine Nabenschaltung mit sieben Gängen hat sieben echte Übersetzungen ohne Überschneidung und lässt sich im Stand an der Ampel schalten. Erst bei längeren Anstiegen oder Gepäck wird der Bereich zu klein.
Was ist ein Einfachantrieb und was bringt er?
Ein Antrieb mit nur einem Kettenblatt vorn, zum Beispiel eins mal neun. Alle Gänge sind nutzbar, es gibt keine Überschneidung und keinen vorderen Umwerfer. Weniger Teile heißt weniger Wartung, und die Kette springt bei Schlägen im Gelände seltener ab.
Warum knackt es beim Schalten?
Meist wird unter Last geschaltet. Die Kette soll auf ein anderes Ritzel wechseln, während sie mit vollem Druck läuft, und wird dabei zwischen zwei Zähne gedrückt. Nehmen Sie beim Schalten kurz den Druck vom Pedal, dann läuft der Wechsel sauber.
Was bedeutet Kettenschräglauf?
Die Kette läuft schräg über den Antrieb, wenn vorn das große Kettenblatt und hinten das größte Ritzel gleichzeitig gewählt sind, oder umgekehrt klein und klein. Das läuft laut, erhöht den Verschleiß an Kette und Ritzeln und sollte vermieden werden, auch wenn es technisch geht.
Geschrieben von JamesTheodore
JamesTheodore betreibt sunjetfit.de. Die Modellangaben stammen aus den Datenblättern der Fahrräder im aktuellen Sortiment.